KMU Branchenbuch

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Ein redaktionell gepflegtes Branchenbuch für kleine und mittlere Unternehmen.

Was sind kleinere und mittlere Unternehmen (KMU)?

Wer oder was als kleines und mittleres Unternehmen (KMU) gilt, regelt der deutsche Gesetzgeber, beziehungsweise die Europäische Union, anhand von bestimmten Entscheidungskriterien wie Anzahl der abhängig beschäftigten Mitarbeiter, Höhe der jährlichen Umsatzerlöse oder Höhe der jährlichen Bilanzsumme. Rechtsform, Eigentümerstruktur oder auch Branche sind dabei jedoch keine Entscheidungskriterien. Alle Unternehmen, die die definierten Grenzen der Beschäftigtenzahl, der Umsatzerlöse und Bilanzsumme überschreiten, fallen aus der Sicht des Gesetzgebers bereits in die Kategorie des Großunternehmens.

Definition:

Die Europäische Union differenziert jedoch nochmals in Kleinstunternehmen (weniger als 10 Beschäftigte, Umsatzerlöse oder Bilanzsumme unter 2 Millionen Euro im Jahr), kleine Unternehmen (weniger als 50 Beschäftigte, Umsatzerlöse oder Bilanzsumme unter 10 Millionen Euro im Jahr) und mittlere Unternehmen (weniger als 250 Beschäftigte, Umsatzerlöse oder Bilanzsumme unter 50, beziehungsweise 43 Millionen Euro im Jahr).

Vorteile und Nachteile:

Kleine und mittlere Unternehmen bieten Vor-, aber auch Nachteile. Eine deutliche Vereinfachung von Leitungsaufgaben und ein meist angenehmeres Betriebsklima werden auf flache Hierarchien, überschaubare Anzahl an Mitarbeitern und klare Zuweisung von Arbeitsaufgaben und Sach-, aber auch disziplinarischen Kompetenzen zurück geführt. Der Unternehmer und auch seine Familie arbeiten meist im Betrieb mit und sehen ihre unternehmerische Tätigkeit daher nicht als Trip auf der Karriereleiter oder reinen Broterwerb, sondern als zentrale Lebensaufgabe oder persönliche Mission. Dies stärkt meist die soziale Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen, aber auch untereinander. Der Fokus der Belegschaft liegt weniger auf der Verfolgung persönlicher Karriereinteressen und dem Betreiben innerbetrieblicher Politik, sondern auf der gemeinsamen Erfüllung der Arbeitsaufgaben. Dadurch ist die Fluktuation meist niedriger und ebenso die Krankheitsquote. Die Betreuung der Lehrlinge gestaltet sich in KMUs meist deutlich intensiver. Ebenso gilt das Maß der Bindung der Kunden und Lieferanten an das Unternehmen als fester und langfristiger angelegt. KMUs sind oft flexibler als Großunternehmen, können auf Kundenwünsche schnell und umfassend eingehen und haben daher das Potential, auch langfristig lukrative Marktlücken zu besetzen. Ihr Nachteil liegt jedoch meist in einer ungünstigeren Kostenstruktur, die jedoch auch deutlich höhere Preise und eingeschränkte Budgets, beispielsweise für Forschung und Entwicklung, aber auch für Marketing, nach sich zieht. Häufig sind KMUs nicht in der Lage, kurzfristig Großaufträge zu übernehmen und fristgerecht umzusetzen. Gegenüber bedeutenden und marktmächtigen Lieferanten, insbesondere solchen von Markenware, haben KMUs häufig aufgrund ihrer Größe einen deutlich schwächeren Status bei der Aushandlung der jeweiligen Lieferkonditionen.

Bedeutung:

In den modernen Volkswirtschaften ist das betriebswirtschaftliche Ergebnis des einzelnen KMU zwar unbedeutend, dennoch bilden die KMUs das Rückgrat der jeweiligen nationalen Volkswirtschaft. Die meisten, der in der Bundesrepublik Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Betriebe, sind KMUs. Sie tragen somit nicht nur erheblich zum staatlichen Steueraufkommen und zur Belieferung der Volkswirtschaften mit Waren und Dienstleistungen bei, sondern sie sind zugleich ein bedeutender Arbeitgeber und auch Träger von Maßnahmen der Berufsausbildung. Inzwischen sind die KMUs auch Gegenstand volks- und betriebswirtschaftlicher Forschung.

Einige Beispiele:

  • Novum Hotellerie Hamburg: Eine mittelständische Hotelgruppe aus Hamburg mit vielen gut geführten Häusern in deutschen Metropolen.

  • Leseberg ist ein mittelständischer Autohändler mit rund 100 Mitarbeitern für die Marken Mercedes, Smart und Volkswagen.

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